Dienstag, 10. November 2015

Aus der Komfortzone um die Ecke


Auf Twitter, Whatsapp oder Facebook lese ich in letzter Zeit immer wieder:"Denke mal out of the box"

Es gibt sogar einen deutschen Twitteraccount mit dem Namen "think out of the box" 


I
Ich gebe es zu: Ich habe die Nase voll von diesem Ausdruck. Er ist nämlich nicht korrekt.

Man denkt nicht "out of the box", sondern "outside the box"

Ausserhalb der Schublade. Ausserhalb des Rahmens.

Outside the box also. Nicht out of the box. 

Ich würde so gerne sagen:Weg mit der Box. 

Räumt das Ding weg. Weit weg. Ganz weit oben auf dem Regal hat es Platz für die Box.Weg damit - und nicht mehr daran denken, bis es irgendwann vielleicht wieder unglaublich hipp ist, in the box zu denken.

Ich glaube daran. Dass man in 20 Jahren plötzlich zueinander sagt:"Versuch doch mal, in the box zu denken."

Dasselbe mit der Komfortzone: Da muss man ja heutzutage unbedingt raus.

Raus aus der Komfortzone. 
Denn ausserhalb dieser ominösen Komfortzone passiert es, the magic happens outside your comfort zone.
Genau wie bei der Box glaube ich, dass sich auch bei der Komfortzone die Verhältnisse eines Tages wieder verändern.

In einigen Jahren werden die Menschen zueinander sagen:"Du musst wieder mehr in deiner Komfortzone verweilen, das wird dir guttun."


Und ihr werdet euch an meine Worte erinnern. Vielleicht.

Freitag, 17. Juli 2015

365 Tage

Der 17. Juli wird nie mehr einfach so ein Datum sein.

Ich weiss nun auch, dass es nicht ganz stimmt, was alle sagen: Dass die Zeit alle Wunden heilt. Die Narbe nämlich bleibt, die Narbe die sich an dem Ort befindet, wo zuvor die Wunde war und die zwar verblassen, aber nie mehr ganz verschwinden wird.

Nur Liebe und Tod ändern alles. 

Wo viel, ja wo die grosse Liebe ist, führt Verlust zu viel, ja zu grosser Trauer. Die Tiefe der Trauer beweist die Tiefe der Liebe. 

Betroffene haben erfahren, wie dunkel die Nacht ist - und wie lang der Tag, wenn die Trauer alles beherrscht, wenn der Verlust jedes andere Gefühl vertreibt, wenn die Hoffnungslosigkeit überhand nimmt. 

Am 17. Juli 2014 starben 298 Menschen. Und gleichzeitig starben Träume, unzählige Träume. In Malaysia blieben ein Haus leer, das Monate zuvor gekauft wurde und der erste Schritt in ein neues Leben einer niederländischen Grossfamilie bedeuteten sollte. In Australien wartete ein betagtes Ehepaar darauf, seine Kinder und Enkelkinder nach vielen Jahren endlich wieder in die Arme schliessen zu können. In Christchurch blieb die Hochzeitssuite leer, in Canberra wurde ein junger Student nicht nur Waise, sondern verlor gleichzeitig auch seine 3 Brüder und 2 Schwestern. 

Nach den Sommerferien blieben viele Plätze leer. Plätze im Ehebett, am Familientisch, Plätze im Schulzimmer, im Kindergarten. Plätze in der Physiotherapiepraxis, im Lehrerzimmer und im Tonstudio. 

Der Schmerz, den dieser Abschied in unseren Herzen hinterlassen hat, ist ein Stück von uns, das ihnen gehört. 










Sonntag, 1. März 2015

Liebe Trendöline,

...und liebe Quitta, Libi, Chimamanda, Chineze, Clodagh, lieber Klodian

Ich widme euch diesen Blogbeitrag, aber ich richte mich auch an Adolf, Avanti, Brilantina, Bekanti, Makbuleguel, Darlington und an alle anderen Kinder, die laut Statistik zwischen 1987 und 2013 im Kanton Zürich zur Welt kamen mit einem Namen, bei dem sich bei mir nicht nur die Augenbrauen zusammenziehen.


Bitte vergebt euren Papas und Mamas.

Während einer Schwangerschaft passieren nicht nur seltsame Sachen mit Mama, sondern auch mit Papa. Bei Mama sind es die Hormone. Hormone sind chemische Botenstoffe, die nicht nur dafür sorgen, dass Mama in Tränen ausbricht, wenn die Handtücher nicht auf die richtige Art und Weise zusammengefaltet wurden. Sie sorgen auch dafür, dass Mama den Papa ins Pfefferland wünscht, wenn er während der Schwangerschaft in ihrer Nähe Lakritz isst, an der Tankstelle das Autofenster nicht ganz schliesst oder bestimmte Musik hört.

Diese Hormone sorgen dafür, dass Mama 35 hellblaue oder rosa Strampler kauft, die sie mit Waschpulver für besonders empfindliche Haut wäscht und fein säuberlich gefaltet fast schon andächtig in den Schrank legt. Der Schrank steht in deinem Babyzimmer, das nach allen Regeln der Kunst eingerichtet wurde.
Dieselben Hormone sorgen dafür, dass Mama gut für dich sorgt und dich nicht in deinem Bettchen liegen lässt, wenn du weinst und Hunger hast.

Du siehst, Hormone sind also auch eine gute Sache!

Papa hat diese Hormone zwar nicht in dem Ausmass wie Mama, aber er fürchtet sich davor, dass Mama ihn verlässt, wenn er auch nur ein ganz kleines bisschen zu rasch oder zu ungestüm über ihre Haare streicht.
Wissenschaftler bestätigen heutzutage die Tatsache, dass auch Papas Schwangerschaftssymptome wie Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen aufweisen.

Addiere nun all diese Tatsachen und du wirst vielleicht verstehen, weshalb du Trendöline heisst. Oder Chineze. Oder Libi, was hoffentlich keine Abkürzung von Libido ist, aber wer weiss das schon so genau.

Ach ja, und die Zivilstandsbeamten, die hätten intervenieren können, hmm ja, die gibt es tatsächlich. Aber unter ihnen gibt es keine Marketingspezialisten, sonst hättest du wohl kaum den Namen Klodian bekommen, denn jemand mit diesem Vornamen wird selten Chefredaktor bei der NZZ oder Mediensprecher der SBB.

Es ist ein bisschen lästig, aber es ist nun mal so, dein Name steht auf deiner Geburtsurkunde und bald in deinem Pass und du musst die kommenden Jahre damit umzugehen lernen.

Makbuleguel wirst du immer buchstabieren müssen und vielleicht wird man dich auslachen, weil du Darlington heisst.

Glücklicherweise gibt es in der Schweiz die Möglichkeit einer Namensänderung.
Die Kosten (Sfr. 600.- im Kanton ZH) könntest du eventuell auf deine Eltern abwälzen.
Immerhin waren sie nicht ganz zurechnungsfähig und standen zur Zeit der Straftat unter Hormoneinfluss.

Trotzdem sind und bleiben sie deine Eltern und ja...auch Eltern machen Fehler.


Freitag, 6. Februar 2015

Un-schlag-bar

Papst Franziskus, mittlerweile seit knapp 2 Jahren im Amt, sorgt für Schlagzeilen.

Was der Papst nun wirklich zum Thema Kinder-Schlagen gesagt hat, ist und bleibt die grosse Frage. 

Dass das Thema mal wieder auf den Tisch kommt, finde ich gut.

Immer wieder höre ich: "Ein kleiner Klaps hat noch keinem geschadet"

Doch.

Mir hat das geschadet.

An den ersten Klaps kann ich mich nicht erinnern, wohl aber an viele, viele andere Klapse und Schläge.


Geschlagen zu werden bedeutet, auf schmerzhafte Weise zu lernen, wie es in Beziehungen zugeht. Dass es um Macht geht. Dass man dem anderen, dem man vertraut hat, nicht trauen kann. Dass gleich wieder etwas passieren kann. Diese Erniedrigung. Diese Demütigung. 

Das stille Suchen und Fragen nach dem Grund für die Schläge. 
Hat Papa mich geschlagen, weil ich frech war? Weil ich Mama, die wieder mal mit Kopfschmerzen im Bett lag, geweckt habe? Weil ich die Milch verschüttet habe? Weil ich auf der Welt bin?

Ich wäre so gerne ein un-schlagbar-es Kind gewesen.








Mittwoch, 28. Januar 2015

Tattoo

Gestern dachte ich an sie.
Wenn ich zurückrechne, sind 43 Jahre vergangen, seit ich sie kennenlernte.
Sie war wohl Witwe, aber es kann genauso gut sein, dass ihr Mann auf andere Art und Weise von der Bildfläche verschwunden war. Jedenfalls war sie eine alleinstehende Frau mit erwachsenen Kindern, die sich selten blicken liessen.
Meistens sass sie bei Oma am Esstisch, wenn ich aus dem Kindergarten kam. Oma konnte wunderbar kochen und nach dem Mittagessen füllte sie für die Frau, die immer sehr leise sprach und ein bisschen zerbrechlich wirkte, die Reste in ein hellblaues Gefäss mit weissem Deckel.
Wenn Oma ihr das Gefäss gab, liess die Frau es nicht mehr los, klammerte es unter ihren Arm und ging daraufhin nach Hause.
Eines Tages standen meine Tante Els und ich in der Küche. Der Abwasch war immer sehr gross, da neben der Frau auch Omas eigene Kinder sowie mein Cousin und ich von Montag bis Freitag am Mittagstisch sassen. 
Els sortierte Besteck und Geschirr und ich leerte ein kleines Schlückchen übrig gebliebene Milch ins Spülbecken.
Die Frau stand plötzlich hinter mir und schrie mich an.
"Mach das NIE NIE wieder! Mach das NIE mehr, hörst du?!" kreischte sie.
Ich begann vor Schreck zu weinen. Ich verstand auch nicht, weshalb ich das bisschen Milch nicht hätte wegschütten dürfen, es war eine so kleine Menge, eine volle Tasse Kaffee hätte man damit nicht auch nur eine Spur heller gemacht.
Erst Jahre später verstand ich. 

Die Frau stand in der Küche, rollte die Ärmel ihrer Bluse hoch und ich sah die tätowierte Zahl auf ihrem Unterarm.



Montag, 26. Januar 2015

Suchtgefahr

Ich habe zwei seltsame Hobbys: Aufräumen und entsorgen. Okay, mein Mann würde wahrscheinlich andere Begriffe dafür verwenden, irgend etwas mit krankhaft, Obsession oder Besessenheit.

Edit: Ich habe ihn gefragt und er meinte, Zwangsneurose sei der richtige Ausdruck.


Ja, wahrscheinlich sieht er das Ganze tatsächlich etwas klarer als ich. Weniger Sachen zu besitzen, sollte zur äusserlichen Ordnung und innerlichen Ruhe führen, tatsächlich aber besteht bei meinen Hobbys Suchtgefahr.


Dieser Rausch, wenn ich "punkten" konnte, weil 7 Bücher und 2 alte Vorhänge das Haus verlassen haben. Diese Entzugserscheinungen, wenn ich ZU lange nichts aufgeräumt, verschenkt oder entsorgt habe. Dieser unruhige, ja fast gestresste Blick durch die Schränke und Räume, immer auf der Suche nach Sachen, die ich besitze aber eigentlich nicht brauche. 

Minimalismus ist für mich mehr als Reduzieren von Besitz, aber das Reduzieren von Besitz ist wesentlicher Bestandteil und eine bewegende Erfahrung.

Vor ein paar Tagen las ich in einer Minimalisierungsgruppe auf Facebook einen Beitrag: "Hilfe, ich bin in einer Sackgasse gelandet, ich habe schon soviele Sachen weggeräumt und weiss nicht mehr, wo ich weitermachen könnte"

Jeder normaldenkende Mensch würde sagen: "Mission accomplished!" und würde sich über eine aufgeräumte und entrümpelte Wohnung freuen.

Der suchtgefährdete / süchtige Mininalist bzw die suchtgefährdete / süchtige Minimalistin tickt aber anders: Minimalisieren ist nicht Mittel zum Zweck, sondern ein Ziel  Ein Hobby. Eine Besessenheit. Eine Obsession.
Edit: Eine Zwangsneurose
Das Minimalisieren hat meine Einstellung zu Besitz verändert. Mir ist klar geworden, dass jeder Gegenstand, den ich in meine Wohnung bzw. in mein Leben lasse, gebraucht, gepflegt und irgendwann tatsächlich entsorgt (oder verschenkt) werden muss. Jeder Gegendstand braucht Platz, jeder Gegenstand braucht irgendwann die Entscheidung: Was soll damit passieren?
Jeder Gegenstand brauchte Energie - bei der Herstellung, beim Transport, beim Kauf, beim letzten Umzug, bei der Pflege.. und braucht auch bis zur letzten Ruhestätte weiterhin Energie.
Besitz und seine Pflege kann auch bereichernd sein. Das ist bei mir dann der Fall, wenn ich die Kaufentscheidung sehr bewusst getroffen habe und sie aus einem wirklichen Bedarf oder als Erfüllung eines Herzenswunsches getroffen wurde.
Wichtig wurde die Bedeutung von Fragen wie diese für mich:
  • Was brauche ich wirklich? (Was ist regelmässig "in Gebrauch"?)
  • Wozu möchte ich mich verpflichten?
In den nächsten 2 Wochen möchte ich endlich den Keller aufräumen. Im Keller stehen Sachen, die ich besitze aber nicht mehr brauche (Sachen also, die nicht mehr regelmässig in Gebrauch sind).Den Keller habe ich bisher nicht entrümpelt, weil ich mich vor Spinnen und Mäusen ekle und mich vor solchen Begegnungen regelrecht fürchte. 
Wünscht mir Glück.....


Donnerstag, 15. Januar 2015

Neulich in der Drogerie....

"Guten Tag, was kann ich für Sie tun?"

"Ich brauche eine nährende Handcrème. Bisher verwendete ich XYZ, aber die pflegt meine Hände zu wenig"

"Ich gebe Ihnen gerne einige Mustertübchen mit. Bei Handcrème ist es am besten, wenn Sie jeden Tag eine ausprobieren und sich dann entscheiden, welche für Ihre Bedürfnisse passend ist.
Ah und wenn wir schon dabei sind, gebe ich Ihnen auch noch ein paar Anti-Falten-Crèmes mit. Welche verwendeten Sie denn bisher?

"Gar keine."

"Tja, Sie sollten dringend damit anfangen, meine Dame. Sie gehen wohl doch schon auf die 40 zu und wir empfehlen, ab 35 mit einer Qualitätscrème zu beginnen. Sie glätten, lassen die Haut strahlen und geben ihr wieder mehr Spannkraft. Sie wollen mit 45 doch nicht wie 50 aussehen?"

"Vielen Dank, aber ich verzichte. Ich gehe nämlich auf die 50 zu und sehe scheinbar noch nicht aus wie 55 - ich bleibe bei meiner 4 Franken 90 Feuchtigkeitscrème"






Freitag, 9. Januar 2015

Oma

Meine Oma ist 106 Jahre alt.

Wenn ich daran denke, wie lange sie schon lebt und was sie schon alles erlebt hat, kann ich nur staunen.


Ich liebe es, wenn Oma Geschichten von früher erzählt. Schon als ich ein kleines Mädchen war, hing ich an Omas Lippen, wenn sie erzählte, dass meine Mutter früher nicht immer ein so braves Kind war.

Wie es dazu kam, dass meine Mutter aufgrund ihrer Frisur im ganzen Dorf bekannt wurde:





In dieser Strasse, an der Burgemeester Popstraat 2, wuchsen meine Mutter und ihre 14 Geschwister auf.
Das Haus ist auf dem Bild leider nicht zu sehen, es war in der Schulzeit meiner Mutter das erste Haus auf der rechten Strassenseite. Ich kenne die Strasse nur mit zwei neueren Häusern, die neben der Nummer 2 standen.

Eines Winters gab es Schnee in Dinteloord und die Kinder aus dem Dorf rutschten auf zusammengenagelten Holzbrettern die Strasse hinunter. Neben Omas Haus standen schon die Backsteine für den Bau der zwei geplanten Häuser bereit.
Meine Mutter setzte sich auf ihren Schlitten, während eine ihrer Schulfreundinnen ihr einen kräftigen Schubs in den Rücken gab, sodass der Schlitten auf dem Schnee ins Rutschen kam.

Meine Mutter fuhr mit dem Schlitten haarscharf an den Backsteinen vorbei- so haarscharf, dass der Pferdeschwanz aus der Kopfhaut herausgerissen wurde und im Schnee landete.
Ein Mädchen mit kurzen Haaren war damals undenkbar und so musste Oma sich etwas einfallen lassen, damit das fehlende Haar auf der rechten Seite nicht allzu sehr auffiel.
Da meine Mutter nicht gerade ein ruhiges Kind war, war das kein leichtes Unterfangen, denn Omas Kreationen lösten sich andauernd und Oma kann sich noch heute daran erinnern, dass meine Mutter immer wieder mit unzähligen Haarnadeln in ihren Händen traurig dastand und um eine neue Frisur bat.

Dass die Geschichte wahr ist, wusste ich schon vor 40 Jahren. Denn meine Mutter hat bis heute auf der rechten Kopfseite oberhalb des Ohrs einen kahlen Fleck.






Montag, 5. Januar 2015

Neues Jahr, neues Glück...


Vor einem Jahr las ich das Buch "Die einzige Wahrheit" von Jodi Picoult und vor einigen Wochen das Buch 
"De verstotene" von Jolina Petersheim. Während ich die beiden Bücher, die sich innerhalb der Welt der Amischen abspielen, mehr oder weniger zufällig las, schaute ich mir vorgestern und gestern im Schweizer Fernsehen die 2 Sendungen über die Amischen ganz bewusst an. 


Eine Einführung zur Geschichte zur Amischen finden Sie hier.


Amische halten sich so weit wie nur möglich von allen sogenannten Errungenschaften der Moderne fern: Elektrizität, Auto, Fernsehen, Kino und Computerspiele. Aber auch Jeans oder Reissverschlüsse wird man bei den Amischen nicht finden.


Ich mag mein Smartphone, meinen Wasserkocher und die morgendliche heisse Dusche. Auf ein Auto verzichte ich ganz bewusst, was nicht schwierig ist weil sich 70 meter neben unserer Wohnung eine Bushaltestelle befindet und wir in der Schweiz ein sehr gut ausgebautes ÖV-Netz haben.

Das einfache Leben aber fasziniert mich. Ich bewundere meine Freundin Teunie, die 10 Kinder hat. Die jedes Brot und jeden Keks, der auf den Tisch kommt, selbst bäckt. Daneben hat sie einen Gemüsegarten auf der Dachterasse, ein eigenes Bienenvolk und einen gut gefüllten Vorratsschrank, in dem sich nur Konfitüre, Gemüse und Früchte befinden, die sie selbst (ein)gemacht hat.
Mehr erschaffen und weniger konsumieren- das ist ihr Motto.

Ich muss und will nicht leben wie vor 150 Jahren, aber ein Leben mit etwas weniger Ballast gefällt mir wohl doch ganz gut.

Minimalismus bedeutet ja nicht, in einer kleinen, hässlichen Wohnung zu leben, sondern lediglich, ein einfacheres Leben zu führen, welches bestenfalls Ballast minimiert und Lebensfreude maximiert.


Kreatives Chaos? Nein danke, denn ich persönlich klare Gedanken fassen möchte, muss mein Schreibtisch aufgeräumt sein. Es sollten keine Zeitschriften, Briefe, Schlüssel oder einzelne Socken herumliegen, denn das lenkt mich ab. 
Zur Ordnung kann auch gehören, Dinge, die irgendwo in der Wohnung herumliegen, kritisch in Augenschein zu nehmen und mich zu fragen:
  • Wann habe ich das das letzte Mal benutzt?
  • Habe ich es in den letzten Wochen vermisst?
  • Benötige ich es wirklich noch für irgendetwas?
Wenn meine Antwort ist: „Nein, aber das kann ich sicher noch mal irgendwann gebrauchen“, dann überwinde ich mich und gebe die Sachen weg. Bücher in die Brocki, Kleider an Freunde oder Fremde, unbrauchbarer Krimskrams in den Müll. 
Ich werde hier in unregelmässigen Abständen darüber berichten, wie es mir mit weniger Ballast so geht und bin selbst schon ganz gespannt auf meine Erfahrungen.