Sonntag, 29. Dezember 2013

Stöckchen

Zora Debrunner warf mir ein Stöckchen zu und - man staune - ich habe es gefangen!

Ihre Fragen an mich:

1. worüber hast Du dich auf Twitter 2013 am meisten gefreut?
2. Worüber hast Du dich geärgert?
3. Ganz ehrlich, was bedeutet Dir Facebook?
4. Welche Zeitschriften und Zeitungen liest Du?
5. Wie sehen Social Media in fünf Jahren aus?

Dazu gebe ich doch gerne meinen Senf auch wenn ich dabei in den Verdacht komme, ein Würstchen zu sein :

1. worüber hast Du dich auf Twitter 2013 am meisten gefreut?
Dass ich endlich den Mut hatte, einen CH Account zu machen, nachdem ich jahrelang nur in Niederländisch getwittert hatte.

2. Worüber hast Du dich geärgert?
Grundsätzlich ärgere ich mich nicht so rasch und wenn doch, dann bin ich so frei, die Blockierfunktion zu verwenden.

3. Ganz ehrlich, was bedeutet Dir Facebook?
Facebook verwende ich privat vor allem um den Kontakt zu meinen Verwandten und Freunden in den Niederlanden zu pflegen.

4. Welche Zeitschriften und Zeitungen liest Du?
Ich lese alles, was mir in die Hände bzw unter die Augen kommt. Leseratte ist mein zweiter Vorname. Früher nervte ich meine Mitbewohner, weil ich immer Teletext lesen wollte. Heute sind es Onlinenews, Zeitungen (SG Tagblatt, Tages-Anzeiger, Quartierzeitungen) und Zeitschriften (CT, Zeitschriften über Psychologie / Psychiatrie, niederländische Zeitschriften wie FLOW und Libelle)

5. Wie sehen Social Media in fünf Jahren aus?
Gute Frage:) Ich habe leider keine prophetische Gabe, aber Social Media werden intelligenter sein (aufgrund meines Standortes und / oder meiner konsumierten Medien schon “wissen” worüber ich twittern möchte) sie werden wohl mehr in unser Leben integriert werden –> Google Glass oder ähnliche Neuerungen.




Gefreut habe ich mich auch über Kontakte, die via Twitter, Google+ und Facebook entstanden sind. So habe ich im Sommer Shawn Willden aus Colorado kennengelernt. Im Dezember lernte ich Anna Maija kennen, eine tolle, sehr interessante Frau aus meiner eigenen Stadt. Viele Leute lernte ich über meine Facebooksite "Antikes und verschwundenes St. Gallen" kennen. Es sind ausnahmslos wertvolle Menschen, engagierte und tolle Frauen und Männer.


Leider hat @dreizehntel keinen Blog, sonst würde ich das Stöckchen gerne in ihre Richtung werfen.

Ich gebe das Stöckchen weiter an alle, die es fangen möchten und an

*Romi Staub @Hofnaerrin
*Marco Tedaldi @medienkommentar
*HD Zimmermann @hdzimmermann


Meine Fragen an euch:

1. Was hast du im Jahr 2013 erstmals gemacht / erlebt? 
2. Was willst du am 29.12.2014 in deinen Jahresrückblick schreiben können?
3. Was ist das beste Buch / der beste Artikel, das / den du im vergangenen Jahr gelesen hast?
4. Was hast du im vergangenen Jahr zuviel getan und was zuwenig?
5. Wenn du im 2014 eine beliebige Fähigkeit erlernen könntest, welche wäre das? 




Montag, 23. Dezember 2013

Schnee von gestern. Genau.

Im Jahr 1984 hörte ich erstmals den Namen Nelson Mandela. Im Radio. In einem Lied (obwohl "Lied" wohl nicht das richtige Wort ist für diesen Protestsong)







Ich fragte mich: "Wer is denn eigentlich Nelson Mandela?"

Und ich googelte seinen Namen.

Ah. Nein.

Ich frage mich ernsthaft, wie ich solche Sachen machte, damals ohne Internet. Erschreckend finde ich es auch, dass man sich enorm rasch gewöhnt an Google, Wikipedia und Co und sich nicht oder kaum mehr vorstellen kann, wie es "früher" war.

Holte ich ein Buch aus der Bibliothek um nachlesen zu können, wer Nelson Mandela war? Fragte ich meine Eltern? Wahrscheinlich.

Ah. Nein.

Wahrscheinlich nicht, jedenfalls nicht in diesem Fall, da war ich nämlich knapp 18 Jahre alt und wohnte nicht mehr bei den Eltern zuhause. Und die Jahre zuvor waren die einzigen Fragen, die ich zuhause stellte, wann ich zuhause sein musste und wann es Abendessen gab.

Ehrlich gesagt dachte ich wahrscheinlich ganz einfach: "Ich werde irgendwann schon herausfinden, wer Nelson Mandela ist" und ging jeden Tag ins Krankenhaus, wo ich gerade ein Praktikum absolvierte. Oder ich fragte eine meiner Arbeitskolleginnen. Oder ich las den Namen Nelson Mandela in der Zeitung, denn ein Newsjunkie war ich schon damals.

"Wolltest du auch unbedingt ein Handy, als du 12 warst?", fragte mich mein Sohn vor einigen Jahren.
"Damals gab es noch gar keine Handys", erklärte ich ihm. "Wir hatten zuhause zwar ein Telefon, aber das hing im Flur und da war ein nicht allzu langes Kabel dran, sodass wir stehend im kalten Flur telefonieren mussten"

Später gab es ein Telefon im Wohnzimmer. Es hing nicht mehr an der Wand, sondern stand mit seinem langen Kabel auf dem TV-Tischchen und man konnte bequem auf dem Sofa sitzen, während Oma anrief. Fortschritt. Wahnsinn.

Im Jahr 1979 hatte ich einen Radio-Kassettenrecorder bekommen. Ein grosses, dunkelgrünes Gerät von Philips. Der Recorder stand auf einem Holzbrett am Fussende meines Bettes. Wenn im Radio ein schönes Lied angesagt wurde, hechtete ich vom Stuhl, Bett oder Boden in Richtung Kassettenrecorder, landete auf dem Bauch auf meinem Bett und drückte mit meinen beiden Zeigefingern auf die richtigen Knöpfe, Play und Rec.
Und dann die Euphorie; Endlich DAS eine schöne Lied aufnehmen. Und zugleich der Stress: Stand das Kassettenbändchen in der richtigen Position bereit, genau am Ende des letzten Liedes? Und die Sorgen: Hoffentlich fängt der Moderator nicht so früh mit sprechen an, sodass das Ende des Liedes noch sauber auf der Kassette ist.

Herrlich war sie, diese Kassettenzeit. Wunderbar, sich die schönsten Lieder aus dem Radio hintereinander anhören zu können  - dazwischen immer ein lautes Klackgeräusch.

Und 35 Jahre später ist es immer noch so, dass wenn ich "YMCA" im Radio höre, ich danach gleich "Message in a Bottle" zu singen beginne, weil diese Lieder damals hintereinander auf der Kassette drauf waren.

Schnee von gestern.

Im Jahr 1982, also noch vor dem Free-Mandela-Song, kaufte ich zusammen mit meiner damaligen Klassenkameradin Patrizia ein Interrail-Ticket. Wir hätten damit durch halb Europa reisen können, doch unser Ziel hiess Dinteloord in den Niederlanden. Dinteloord, der Ort meiner Kindheit- der Ort, in dem noch heute meine Oma und der grösste Teil meiner Verwandtschaft wohnen.
Wir reisten via Brüssel und ich weiss noch gut, dass sich die Eltern von Patrizia Sorgen darüber machten, dass wir uns in Brüssel verirren könnten. Dabei mussten wir nur von Gleis 7 auf Gleis 4 wechseln und hatten absolut NICHT vor, in Brüssel etwas anderes zu tun als um zu steigen auf den Zug nach Roosendaal.

Sobald wir in Dinteloord angekommen waren, riefen wir zuhause an. Wir hätten auch aus Paris anrufen können, denn die Rufnummeranzeige gab es damals ja noch nicht, also konnten unsere Eltern auch nicht kontrollieren, woher wir anriefen. Aber auf solche Ideen kamen wir erst gar nicht.

Meine 17 jährige Tochter reiste im vergangenen Jahr zwei mal nach London- einmal zusamen mit einer Freundin, das zweite Mal ganz alleine. Sie hat in dieser Zeit (1 Woche bzw 10 Tage) nie angerufen, aber wir waren per Whatsapp / Facebook miteinander verbunden. Ich musste auch nicht warten, bis die Filme der Kamera abgegeben und entwickelt wurden, sondern konnte 1:1 miterleben, was sie in London sah und erlebte.

Kürzlich fuhren Marco und ich zu Ikea. Ich hatte mein Handy zuhause vergessen - das passiert mir sonst nie.
Pfff.... ich kam richtig ins Schwitzen als ich im Bus twittern wollte und feststellte, dass das Handy wohl noch zuhause in der Küche lag.

Ach was...früher ging es auch ohne Handy, also würde ich diese 2 Stunden bei Ikea wohl auch überleben.
Naja, was soll ich sagen? Ich fand es schade, dass ich keine Fotos von den neuen Stöffchen machen konnte (für meine Freundin Paola, wir whatsappen uns #ausgründen immer mal wieder die neuen Stoffmuster von Ikea zu). Und ich fand es doof, dass ich meine Tochter nicht darüber informieren konnte, wo wir uns später treffen würde. Zum Glück hatte Marco ja sein Handy mit dabei und konnte er Svenja mitteilen:"14.30 Uhr vor der Bäckerei Kuhn?" Svenja, die zu diesem Zeitpunkt noch zuhause war, schrieb zurück: "Ok"
Ich packte die Gelegenheit beim Schopf, nahm Marcos Handy und schrieb: "Hee Svenja, Mami hier. Kannst du dann auch bitte gleich mein Handy aus der Küche mitbringen?"


Freitag, 6. Dezember 2013

Dem Peter sein Velo ist blau


Mariska. So hiess meine allererste Freundin.Mariska war hübsch, blond und lieb. Sie war mein Nachbarsmädchen.
Bei ihr zuhause wurde vor dem Essen gebetet und nach dem Essen gedankt, wie das in evangelischen Kreisen in den Niederlanden so üblich ist. Ich war fasziniert. Von den Gebeten, von den wie auf Kommando gefalteten Händen. Von der Kinderbibel, aus der nach dem Essen immer vorgelesen wurde. Und von Mariska.

Mein Vater war damals Baustellenelektriker und bis zu meiner Einschulung zogen wir alle 9-15 Monate um - von einer Grossbaustelle zur nächsten.
Die Freundschaft zwischen Mariska und mir war also nicht von langer Dauer. Aber ich habe Mariska nie vergessen. Dass ich sie an Weihnachten 2010 nach 42 Jahren wieder traf, ist eine andere Geschichte.

Meine Puppen hiessen Mariska. Alle. 
Und für mich war klar: Sollte ich jemals eine Mädchenmama werden, würde mein Baby den Namen "Mariska" bekommen.

Im Jahr 1980 zogen meine Eltern, meine Schwester und ich in die Schweiz. In das Land also, aus dem die Grosseltern meines Vaters stammen. 

Schon nach wenigen Wochen musste ich einen Traum aufgeben. Mir wurde klar, dass ich - sollte ich in der Schweiz wohnen bleiben - niemals Mama einer Tochter mit dem Namen Mariska werden würde.

Ich war schockiert darüber, wie die Schweizer bestimmte Namen aussprechen: Aus "Cristina" machten sie "Ch-risch-tina" und aus "Saskia" ein hässliches "Sas-k-ch-iaa"

Nein. Das wollte ich meiner Tochter NICHT antun. Mariska ist ein wunderschöner Name, Maris-k-cha jedoch hört sich nach einer gründlich missratenen Apfeltorte an.

Mittlerweile wohne ich seit 33 Jahren im "Land meiner Väter" und noch immer ärgere ich mich so manches Mal über die Aussprache vieler Schweizer.

Oh ja, ich kenne die ganzen Diskussionen darüber, ob das Schweizerhochdeutsch nun einen "Emil-Bonus" hat oder nicht. Oh ja, ich weiss, dass man auch innerhalb Deutschlands an der Sprache eines Menschen erkennen kann, wo er aufgewachsen ist. Und ja, auch die Österreicher haben ihren unverwechselbaren Akzent, das ist mir durchaus bewusst.

Wenn aber Schweizer Politiker das rustikal anmutende Schweizerhochdeutsch mit inkorrektem Deutsch mischen, richten sich meine Nackenhaare auf.

Das doch etwas spezielle "Hochdeutsch" von Frau Bundesrätin Doris Leuthard war schon mal Thema in den  Medien. Gestern hörte ich die Nachrichten auf SRF1, Frau Heidi Grau, Diplomatin, kam zu Wort und sagte: "...von dem her..." 

Da waren sie wieder. Die Nackenhaare.

Dieses unsinnige Vondemher verbreitet sich mittlerweile im ganzen Land. Immer wieder wird vondemhert, als hätte es ein "daher" oder "deshalb" nie gegeben.

Genauso verhält es sich mit den Politikern, die sagen, dass sie "überzeugt sind, dass ....." 
Da fehlt doch etwas! Genau! Da fehlt ein "davon". Ich bin davon überzeugt, dass....

In Bezug auf die Überzeugung gibt es aber noch eine (schweizerische!) Steigerung. In der Schweiz haben Menschen manchmal eine so starke Meinung, dass sie von einer Sache überzogen sind.
In Deutschland gibt man sich damit zufrieden, überzeugt zu sein.
Wenn ich höre, dass Politiker von etwas "total überzogen" sind, stelle ich mir gerne Herrn Blocher vor. 

Überzogen mit einer Schoggischicht. 

Natürlich von Lindt.


Dienstag, 3. Dezember 2013

Neuland? Ja

"Das Internet ist für uns alle Neuland" – mit dieser Äusserung hat Angela Merkel vor einem halben Jahr die Welt erstaunt.


Ich gebe es offen zu: Am Anfang habe ich über "Neuland" gelacht.
In den letzten 6 Monaten musste ich aber immer wieder feststellen, dass Mail oder twitter für bestimmte Institutionen oder Firmen tatsächlich noch immer Neuland sind.
Ein Beispiel:
Während des morgendlichen Spaziergangs mit unserem Hund entdecke ich ein herrenloses Fahrrad. Es steht ohne Fahrradschloss an einem Gartenzaun angelehnt. Ich informiere die Stadtpolizei unserer schmucken Kleinstadt via twitter darüber: "An der ABCstrasse steht ein schwarzes Fahrrad mit der Aufschrift XY ohne Schloss, ev vermisst es jemand #Diebstahl"
Einige Minuten später kommt tatsächlich eine Antwort.
"Bitte teilen Sie uns solche Beobachtungen per Telefon mit"
Ich staune. Manchmal sitze ich im Bus und beobachte Sachen, die sich nicht alle Passagiere unbedingt mit anhören müssen. Da es sich nicht um Notfälle handelt, möchte ich zudem nicht die Telefonleitung der Polizei blockieren, sondern einfach nur eine Meldung machen.
Für Meldungen über Falschparkierer, eisglatte Strassen oder illegal entsorgten Müll würde sich twitter meiner Meinung sehr gut eignen. Diese Meldungen müssen- im Gegensatz zu den telefonischen - nicht sofort bearbeitet / beantwortet werden. 

Beispiel VBSG:
Ich schrieb eine Mail an die Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen, weil eine bestimmte Ansage im Bus immer zu spät erfolgte und man nicht mehr die Möglichkeit hatte, rechtzeitig auf den anderen Bus um zu steigen.
In meiner Mail standen Name, Adresse und Telefonnummer vermerkt, aber natürlich bevorzugte ich eine Antwort per Mail.
Diese Antwort kam wenige Stunden später, über den Inhalt war ich dann doch eher erstaunt: "Bitte teilen Sie uns Ihre Telefonnummer mit, damit wir Sie telefonisch kontaktieren können"

Ein weiteres Beispiel: 
Am Samstag hat es geschneit. Das ist nichts Aussergewöhnliches, aber aussergewöhnlich war, dass in unserer Strasse der Schnee zum wiederholten Mal nicht durch die Gemeinde geräumt wurde.

Mein Mann schrieb heute Morgen eine Mail an das für die Schneeräumung zuständige Tiefbauamt.
Sehr geehrte Damen und Herren

Obwohl die XYZstrasse zu den Strassen 2. Dringlichkeit gehört, wurde sie bei den letzten beiden Schneefällen NICHT geräumt.
Die Schneeräumung kehrte sowohl letzte Woche als auch am vergangenen Samstag (30.11.) nach der Räumung der ABCstrasse an der IJKstrasse um und liess die XYZstrasse aus.

Die meisten Bewohner der XYZstrasse haben daraufhin den Schnee selbst geräumt, aber vor der XYZstrasse 5 ist es gefährlich, dort liegt der Schnee, der mittlerweile vor allem eine spiegelglatte Eisschicht ist, noch immer.

Könnten Sie uns bitte mitteilen, ob sich an der 2. Dringlichkeit an der XYZstrasse etwas geändert hat oder ob wir einfach mehrmals vergessen wurden?

Freundliche Grüsse 

Ich ging davon aus, dass er wenige Stunden später eine Antwort erhalten würde. Weit gefehlt!
Um 14.15 Uhr klingelte es an unserer Haustüre. Da standen zwei Männer in Orange, einer davon hatte ein A4- Blatt in den Händen, er faltete das Blatt andächtig auseinander und sagte zu mir: "Sie haben uns einen Brief geschrieben....."
Ich stellte mich dumm und fragte: "Einen Brief? Ich? Wann?"
Der Herr zeigte auf die ausgedruckte Mail und sagte: "Hier, da steht es, Marco Tedaldi.... es ging um die Schneeräumung"
"Sehe ich so aus, als würde ich Marco heissen?", fragte ich, aber diese Frage wurde ignoriert.
"Wir haben den Schnee hier IMMER weggeräumt", war die Antwort.
Ich zeigte auf den mittlerweile eisbedeckten Strassenabschnitt vor dem Haus eines der Nachbarn, der im Gegensatz zu den anderen Hausbesitzern den Schnee immer liegen lässt. 
"Der Schnee liegt ja JETZT noch da, gut 2 Tage später. Wir haben gesehen, wie der Schneepflug nach der Räumung der oberen Strasse umkehrte und bei uns den Schnee liegen liess"
Nach dem Austausch weiterer Nettigkeiten verliessen die beiden Männer unseren Hauseingang. Das Ganze hatte mich fast 15 Minuten meiner Zeit gekostet!
Ich kann NICHT nachvollziehen, wieso gerade offizielle Stellen immer noch die Kommunikation per Telefon oder gar die persönliche Begegnung einer Kommunikation per Mail vorziehen.
Wenn ich eine Mail schreibe, darf ich doch davon ausgehen, dass ich mit meiner Art zu kommunizieren bereits angedeutet habe, welche Art ich bevorzuge.
Anrufe stören mich oft bei meinen Tätigkeiten. Manchmal stehe ich unter der Dusche, während das Telefon klingelt.Ich eile aus der Dusche, hab den Anruf meistens knapp verpasst, aber ich habe ja einen Beantworter. Ich schaue, ob da eine Nachricht hinterlassen wurde, was meistens nicht der Fall ist, und gehe zurück ins Bad. Kaum hab ich die Zahnbürste in den Händen, klingelt das Telefon erneut. So geht das manchmal mehrere Male, bis ich geduscht und parfümiert selbst zurück rufe.
Die Kommunikation per Mail hat in den allermeisten Fällen nur Vorteile. Ich lese die Mails, wenn ich Zeit habe. Sowohl VOR dem Senden als auch VOR dem Beantworten kann ich die Mail nochmals sacken lassen und eventuell überarbeiten. Zudem habe ich die volle Kontrolle darüber, welche Themen diskutiert werden, abschweifen ist eher die Ausnahme und falls dies doch einmal passieren sollte, gehe ich bei der Antwort auf diese Punkte einfach nicht ein. Bei der Mail habe ich die Aussagen schriftlich, was oft ein Vorteil sein kann, wenn Zugeständnisse / Versprechen gemacht wurden, auf die man später einmal zurückgreifen möchte. 

Ich glaube, Frau Merkel lag gar nicht so daneben mit ihrer Neulandaussage.